Veranstaltungen Juli 2011 bis Juli 2012


Transitionen

 

Anmeldungen erfolgen über das Servicebüro im „Haus der Weiterbildung“

Telefon 902 99 50 20
Öffnungszeiten Servicebüro:
Mo – Do: 10 – 13 Uhr
Do: 16 – 19 Uhr

Die Seminare finden in der Regel im „Haus der Weiterbildung“, VHS Steglitz-Zehlendorf,
Goethestr. 9 – 11 in 12207 Berlin (Lichterfelde) statt;
Abweichungen sind angegeben.

Zur Semestereröffnung

– / TRANSITIONEN / –
SPRACHE – TECHNIK – KUNST – SCHWEIGEN

Musikalisch-reflektorische Abendunterhaltungen

geführt von:
Johann Sebastian Bach, Heinrich von Kleist,
Bohuslav Martinu, Helmut Heißenbüttel u. a.
mit:
David Klammer – Violine
Bettina Marquardt – Viola
& Dr. Christian Knudsen

Termin: Freitag, 23.9.2011, 20 Uhr
Eintritt:
8,00 Euro, erm.: 5,50 Euro
Ort:
Alte Feuerwache – Säulenhalle,
Onkel-Tom-Straße 14, 14169 Berlin
Kursnummer: SZ 211-001

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Das Neue Palais in Potsdam

 

 

 

Theaterbesuch in Potsdam (4. September 2011)

„Es ist nicht mein Vorsatz, eine genaue Beschreibung von diesem prächtigen Palaste zu geben; ich will nur anmerken, daß er mir einer der elegantesten und vollkommensten geschienen, die ich in ganz Europa gesehen habe.
Er ist, wie die meisten prächtigen Gebäude in Potsdam, nach des Königs eigenem Entwurfe gebauet.“
Charles Burney, Tagebuch einer musikalischen Reise, 1.10.1772

Das Neue Palais im Park Sanssouci in Potsdam beherbergt neben prächtigen Festsälen, den Wohnungen der königlichen Familie, Musik- und Konzertzimmern, auch das Schlosstheater Friedrich II., zwischen 1763 und 1769 von Carl von Gontard nach Plänen des Königs erbaut, befindet sich das Theater im südlichen Flügel des Schlosses. Der Zuschauerraum gleicht einem Amphitheater und ist in der Anmutung eines barocken Gartensalons mit vergoldeten Palmen, Skulpturen, Trophäen und Musikinstrumenten dekoriert.
Zu Lebzeiten Friedrich II. wurden hier italienische Opern, Intermezzi im Stile der Commedia dell’Arte und französische Schauspiele gezeigt.

Seit 2008 findet jährlich vom Mai bis September der Barocke Theatersommer Sanssouci im Schlosstheater statt. Wiederentdeckte Stücke des Theaterrepertoires des 18. Jh. kann man hier, am historischen Ort, in einer unterhaltsamen Bühnenhandlung neu erleben.
Veranstaltet wird dieses erfolgreiche Barocke Theaterfest vom Ensemble I CONFIDENTI aus Potsdam und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Dozenten: Dr. Christian Knudsen
und Christine Jaschinsky

Einstimmung auf das Theater:
31. August 2011, 18.00 – 19.30 Uhr Lessinghochschule Berlin

Goethestr. 9 – 11, Haus der Weiterbildung
Theaterspiel im Rokoko:
Theatermoden, Stars und Primadonnen
unter der Leitung von Dr. Christian Knudsen und Christine Jaschinsky stellen in einer unterhaltsamen Einführungsveranstaltung Künstler und Leiter des Ensembles I CONFIDENTI ihre Arbeit an der Ins­zenierung von „La fête champêtre: Ein Theaterfest auf dem Lande“ vor und entführen die Teilnehmer auch „hinter die Kulissen“ des barocken Theaters.
Teilnehmerentgeld:
12,60 Euro, erm.: 7,80
Raum 110
Kursnummer: SZ 211-003


4. September 2011
14.30 Uhr, Treffpunkt: Theaterkasse im Neuen Palais

Theater im Freien:

Eine Führung im Park Sanssouci stimmt die Besucher auf das barocke Theaterfest ein. Mit dem Gartensalon am Neuen Palais lernen die Besucher einen wenig bekannten Theaterschauplatz des friderizianischen Rokoko kennen und erfahren von der Lust der Zeitgenossen an Theaterfesten unter freiem Himmel. Der Spaziergang endet in der Wohnung Marquis D’Agens im Neuen Palais mit Pasticcio und Prosecco.
(Kosten pro Person bei einer Gruppenstärke ab 20 Personen:
12,- Euro, inkl. Pasteten und Wein,

Buchung: Ch. Jaschinsky Tel. 0179 5311974

Die Buchung gilt nur in Verbindung mit einer Eintrittskarte zur Aufführung!

16.00 – 17.30 Uhr
Theateraufführung im Schlosstheater im Neuen Palais

La fête champêtre: Ein Theaterfest auf dem Lande
(Regie: Milo Pablo Momm, Musikalische Leitung: Sabine Erdmann, Bühne/ Kostüme: Christine Jaschinsky, Niels Badenhup)
Die französische Mode, höfische Feste „ländlich“ zu feiern, verbreitetet sich im 18. Jh. schnell in ganz Europa. Auf der Bühne des Schlosstheaters erwartet die Gäste nun ein ebensolches Fest – mit buntem Personal: Ein Puppenspieler bringt den Platz mit derben Komödien zum Lachen, ein fahrender Sänger gibt Lieder und groteske Historien zum Besten. Die Geigerin Frau Orchester und ihre Musikanten, Maskenspieler der Comedie italienne und eine tanzfreudige Gesellschaft junger Damen und Herren – sie alle vereinen sich zu einem Fest voller Lebensfreude.
Tickets pro Person 22.– Euro (Parkettplätze mit sehr guter Sicht) bei einer Gruppenstärke ab 20 Personen,
Buchung: Ch. Jaschinsky Tel. 0179 5311974

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Georges Bizet

Dozent: Dr. Christian Knudsen

„opera operata“
Aktuelles Musiktheater im Gespräch

Ein Gemeinschaftsprojekt mit der Komischen Oper zu Berlin

CARMEN
Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Wer ein rechter Opernmacher sein will, sucht das Gespräch mit dem kritischen Zuschauer. Aus diesem Grunde lädt die Komische Oper zu Berlin die Lessing-Hochschule zur weiteren Vertiefung der akademischen Zusammenarbeit ein. „opera operata“ reflektiert die vielfältigen operativen Prozesse, die ein musiktheatralisches Werk von der ersten kreativen Idee des Librettisten und Komponisten bis hin zur ultimativen Bühnenaufführung durchläuft. Der kooperative Diskurs im Rahmen unseres Vorhabens umfasst – neben einer gründlichen Werkeinführung – das Gespräch mit Dirigent, Regisseur, Bühnenbildner und Dramaturg, eine Besichtigung der Kulissen sowie das kritische Gespräch nach der Vorstellung, woran auch die Sänger und Schauspieler beteiligt sind.
„Diese Musik schwitzt nicht“, befand der nach „dionysischem Pessimismus“ in der Musik rufende Friedrich Nietzsche über „Carmen“ und erwählte das Werk zum Gegenentwurf zu Wagners Orchesterklang. Nietzsches Lob von Bizets Oper trifft zentrale Punkte der Komposition. Dass diese Musik bei aller Fatalität des Geschehens dennoch ihre Leichtigkeit behält, ist nicht nur durch und durch französisch, sondern auch durch und durch Opéra comique. Dabei erzeugt ihr charakteristisches Nebeneinander von blutig endender amour fou und banaler Alltäglichkeit operettenhafte Qualitäten im besten Sinne – und macht „Carmen“ vielleicht gerade darum zur meistgespielten aller Opern. Obwohl Georges Bizet niemals jenseits der Pyrenäen war, ist seine musikalische Vision samt ihrer exotistischen Künstlichkeit derart zum Inbegriff des Spanischen geworden, dass sich hier Abbild und Realität kaum unterscheiden lassen.
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Regie: Sebastian Baumgarten
Musikalische Leitung: Stefan Blunier

Sonntag 13.11.2011, 12 Uhr
Einführungsmatinee im Foyer der Komischen Oper

Der Dramaturg Ingo Gerlach stellt im Gespräch mit Regisseur, Dirigent, Bühnen- und Kostümbildner das Konzept der Produktion vor. Eintritt frei.

Werkeinführung der Lessing-Hochschule
Dr. Christian Knudsen
2 Termine montags 17.30 –19.00 Uhr
09.01 und 16.01.2012
Teilnehmerentgeld: 12,60 Euro, erm.: 7,80 Euro
Ort: Rondellstr. 5
Raum: 13
Kursnummer: SZ 211-008

Samstag 21.01.2012 – Komische Oper Berlin
16.00 Uhr Kulissenbesuch mit Yvonne Trawny
17.30 Uhr Gespräch über die Inszenierung mit Dramaturg Ingo Gerlach
18.30 Uhr Abendimbiss im Künstlercasino der Komischen Oper
19.30 Uhr Aufführung „Carmen“
22.00 Uhr Publikumsnachgespräch mit dem Regieteam und den
Sängern und Sängerinnen.

Die Anmeldungen für die Termine in der Komischen Oper erfolgen durch Dr. Christian Knudsen Tel. 030-8324484;
E-Mail: christian.knudsen@web.de.
Das Teilnehmerentgeld für den Tag in der Oper beträgt
pauschal: 30 Euro.

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Theaterbesuch in Potsdam: „Friedrich 300“
Barocker Theatersommer 2012

Am 24.1.2012 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag Friedrich II..
Eine große Ausstellung im Neuen Palais in Potsdam und eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen gewähren einen Blick hinter die Maske des Königs und die Fassade seines größten Schlosses. Auch der Barocke Theatersommer Sanssouci 2012 ist eingebunden in die Feierlichkeiten für Friedrich II.. Unter dem Thema „Der König und seine Primadonnen“ geben zwei Inszenierungen einen Einblick in das opulente Operngeschehen von Berlin und Potsdam in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Dozenten: Dr. Christian Knudsen, Christine Jaschinsky

Einführung in die Inszenierung:
16.5.2012, 18.00 – 19.30 Uhr, Lessing-Hochschule zu Berlin
„Stars und Primadonnen“
Amüsantes und Anrührendes aus der Blütezeit der Berliner Oper im 18. Jahrhundert

Die Künstler des Ensemble I CONFIDENTI geben eine Einführung in die aktuelle Theaterproduktion mit Texten, Musikbeispielen, Kostümen und Entwürfen und stimmen so auf ein besonderes Theatererlebnis im Rokoko-Theater Friedrich II. ein.
Teilnehmerentgeld: 10,00 Euro, erm.: 6.50 Euro
Ort: Haus der Weiterbildung, Goethestr. 9 – 11
Raum: 207
Kursnummer: SZ 211-000


Theaterbesuch am 19.5.2012
um 20.00 Uhr Schlosstheater im Neuen Palais, im Park Sanssouci
Dauer: ca. 80 Minuten, ohne Pause, Tickets: 22.– Euro (ab 20 Pers.), Buchung bis 01.04.2012, Tel.: Ch. Jaschinsky 0179 5311974

Der Operndirektor
(L’ impresario delle Canarie)

Komisches Intermezzo von Pietro Matastasio und Domenico Sarro
Regie: David M. Zurbuchen,
Musikalische Leitung: Irmgard Huntgeburth

Das wechselvolle Verhältnis des Preußenkönigs zur Oper wird gespiegelt in einem komischen Intermezzo, das bereits 1748 im Schloßtheater zu Potsdam aufgeführt wurde.
Anschaulich bringt das Stück – in satirischer Überspitzung – die Absurditäten des barocken Opernalltags auf die Bühne. Zwischen den Akten der heiteren Opera buffa werden zum ersten Mal seit 250 Jahren wieder mit der Originalmusik jene berühmten Ballett-Entrees gezeigt, die für die Tänzerin Barberina geschrieben wurden und die Friedrich so beeindruckten, dass er sie in den Gemälden zu Sanssouci festhalten ließ.

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Dozent: Prof. Dr. Günther W. Bien

Was ist der Mensch?

Die ägyptische Sphinx, so erinnerte Hegel einen alten Mythos, stellte die bekannte Rätselfrage: Wer ist es, der morgens auf vier Beinen geht, mittags auf zweien und abends auf dreien? Ödipus habe das einfache Entzifferungswort gefunden, dass es der Mensch sei, und er habe damit die Sphinx vom Felsen gestürzt, d.h. er habe damit den Stand des vorgriechischen und vorphilosophischen Bewusstseins überwunden. „Die Enträtselung des Symbols liegt in der an und für sich seienden Bedeutung, dem Geist, weshalb die berühmte griechische Aufschrift dem Menschen zuruft: Erkenne dich selbst!« (Hegel). Diese Aufforderung des Delphischen Gottes: »Erkenne dich selbst!« steht nicht nur geschichtlich am Anfang der europäischen Philosophie, auch in systematischer Hinsicht gilt: In der Frage nach dem Menschen »konzentrieren« sich alle Fragen der Philosophie in »weltbürgerlicher Bedeutung«, wie Kant zu sagen pflegte, d. h. insofern diese nicht nur als eine Fachwissenschaft unter anderen Fachwissenschaften, sondern als »Weisheitslehre« betrieben wird. Kant hat darin die praktische, den lebendigen und reflektierenden Menschen unmittelbar angehende Bedeutung der Philosophie gesehen. Er hat sämtliche Themen der Philosophie in dieser weltbürgerlichen, auf den Lebenszweck des Menschen bezogenen Bestimmung auf folgende Grundfragen gebracht:

1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?

Die erste Frage, schreibt Kant, beantwortet die Metaphysik (wir können hinzusetzen: die Wissenschaftstheorie, die Erkenntnislehre und die Logik); die zweite behandelt nach ihm die Moral, die dritte Frage sei Gegenstand der Religion (oder auch der Religions­philosophie). Kant hat dann noch als vierte Frage angefügt: Was ist der Mensch? Diese vierte Frage, schreibt er, sei Gegenstand der Anthropologie. Wichtig ist nun der Zusammenhang, den er zwischen diesen vier Fragen herstellt: »Im Grunde könnte man aber alles dieses zur Anthropologie rechnen, weil sich die drei ersten Fragen auf die letzte beziehen«. – Es war die einhellige Meinung von Sokrates, Platon und Aristoteles, den Vätern der europäischen Philosophie, dass ein nicht im Gehorsam gegenüber dem Gebote des Gottes »Erkenne dich selbst!« kritisch geprüftes Leben für den Menschen nicht lebenswert ist. Ein unverzichtbares Element in dieser Prüfung ist auch ein begründetes, wenngleich immer rudimentäres Wissen davon, was der Mensch sei, um dessen Leben es geht.

Textgrundlage:
„Was ist der Mensch?« Aspekte philosophischer Anthropologie. Materialien für den Sekundarbereich II PHILOSOPHIE. Heraus­gegeben von Günther Bien und Hans Jürgen Busch. Hannover: Schroedel 1981/1990. Kopien des (vergriffenen) Buches (Umfang 80 Doppelseiten) können auf Wunsch zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt werden.

8 Termine dienstags 16.15 – 17.45 Uhr
18.10., 25.10., 01.11., 08.11., 15.11., 22.11., 29.11., 06.12.2011
Teilnehmerentgeld: 73.20 Euro, erm.: 39.60 Euro
Raum: 001
Kursnummer: SZ 118-101

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Dozent: Prof. Dr. Günther W. Bien

Nachdenken über die Zeit

Was machen wir mit der Zeit? Was macht die Zeit mit uns? Zeit brauchen, Zeit haben, sich Zeit lassen, jemandem Zeit schenken oder sie ihm stehlen, in Zeitnot sein: alltägliche Situationen, die jeder kennt und versteht. Und doch scheint die Zeit gar nicht so selbstverständlich zu sein. Denn schon seit der Antike sind die Zeit, ihr Vergehen und ihre Ungreifbarkeit, ihre Endlichkeit und Unend­lichkeit zentrale Themen des menschlichen Nachdenkens gewesen. Wie also haben Philosophen versucht, die Zeit zu interpretieren? Welche Konsequenzen hatten die verschiedenen Konzepte? Wie erleben wir alltäglich und lebensgeschichtlich die Zeit? Was also ist Zeit? Gäbe es sie überhaupt, wenn es keine Menschen gäbe, die sie messen und über sie nachdenken? Und – wenn es sie unabhängig von uns gibt, seit wann gibt es sie? Wie spät war es am Anfang?
Neben diesen grundsätzlichen Fragen will die Vorlesung mit einigen Problemen des wichtigsten unserer Zeitinstrumente, des Kalenders, vertraut machen. Wir kaufen ihn in den letzten Monaten eines alten Jahres und benutzen ihn mit großer Selbstverständlichkeit, ohne dabei immer zu bedenken, dass der Kalender eines der intelligentesten und geistvollsten Produkte der menschlichen Vernunft und Zivilisation darstellt. Wer den Kalender sinnvoll benutzt, lebt effizienter; wer ihn außerdem noch versteht, lebt intelligenter.

3 Termine, dienstags 18.15 – 19.45 Uhr
22.11., 29.11. und 06.12.2011
Teilnehmerentgelt: 34,80 Euro, erm.: 20,40 Euro
Raum: 11, Onkel Tom Str. 14
Kursnummer: SZ 118-103

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Dozent: Prof. Dr. Christian Knudsen

Der Mensch und die Sprache

„Wenn ich auch so beredt wäre wie Demosthenes, so würde ich doch nicht mehr als ein einziges Wort dreimal wiederholen müssen. Vernunft ist Sprache – Logos – an diesem Markknochen nag‘ ich und werde mich zu Tod drüber nagen“. Angeregt von dieser genialen Intuition des philosophischen Sonderlings Johann Georg Hamann (1730-1788), der als enger Vertrauter Immanuel Kants zu den allerersten Lesern der „Kritik der reinen Vernunft“ gehörte und unverzüglich gegen das Ideal einer „von den Muttermälern der Sinnlichkeit“ gereinigten Vernunft seine „Metakritik über den Purismum der Vernunft“ verfasste – angeregt auch von dem Spitzensatz dieser „Metakritik“, wonach „die Sprache, das einzige und letzte Organon und Kriterion der Vernunft“ sei, umkreisen wir in dem Kurs die natürlichen, moralischen und künstlerischen Konstitutionsbedingungen des landläufig so definierten vernünftigen Lebewesens „Mensch“ und finden diese in den teils offen zu Tage liegenden, teils verborgenen Gegebenheiten der menschlichen Sprache. Auf die Spur bringen uns dabei kleine Texte von Platon, Aristoteles, Wilhelm von Humboldt, Ludwig Wittgenstein, Ernst Tugendhat u.a..

7 Termine montags 16.15 – 17.45 Uhr
06.02., 13.02., 20.02., 05.03., 12.03., 19.03. und 26.03.2012
Teilnehmerentgelt: 70,20 Euro, erm.: 36,60 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 118-102

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Dozent: Prof. Dr. Bernd Guggenberger

Große Bücher - wiedergelesen

Lewis Mumford,
Mythos der Maschine (1966)

Wissenschaft und Technik sind zur ersten, zur alles bestimmenden Lebensmacht moderner Gesellschaften aufgestiegen. Was menschlicher Geist ersonnen und geformt hat, wirkt längst formend und vorbildgebend auf ihn zurück: Der Mensch verändert die Technik, und die veränderte Technik verändert den Menschen.
Auch wenn das Bewusstsein hierfür noch weitgehend fehlt: Der Mensch baut, indem er – bis hin zur entfalteten Technostruktur – einen „Werkzeugkosmos“ um sich errichtet, sich unvermeidlich immer auch selbst um, erweitert Fähigkeiten und verengt andere oder verliert sie. Dass der Mensch mit den Werkzeugen, die er ersinnt und gebraucht, immer auch sich selbst erschafft und umbaut, ist durchaus wörtlich zu nehmen: So belegen gegenwärtig z.B. alle vorliegenden, über bildgebende Verfahren veranschaulichten Untersuchungen zum Zusammenhang von Computertechnologie und Hirnphysiologie die signifikanten Unterschiede in der gesam­ten Hirnarchitektur zwischen der Gruppe der langjährigen Computernerds („Digital Natives“) hier und der computerferneren oder bewusst computerabstinenten Zeitgenossen dort.
Der grandiose Aufstieg der Technik zur ersten Lebensmacht hat eine lange Vorgeschichte, ohne deren Kenntnis wir nicht verstehen können, was sich gerade durch uns und an uns in dramatischer Beschleunigung vollzieht: der Umbau des Menschen zum be­rechenbar funktionierenden Bestandteil der global sich neu formierenden großtechnischen „Megamaschine“. Über die frühen Ursprünge, wie über Struktur- und aktuelle Wirkungsweise dieser „Selbsterschaffung“ des „neuen Menschen“ im Medium der jüngsten weltumspannenden Groß­technologien informiert uns wohl kein anderes Werk von ähnlich waghalsiger Grund­sätz­lichkeit wie Mumfords umfassendes Opus über die Ent­deckung und Entwicklung der Technik. Der „Mythos der Maschine“ ist ein Buch, in dem ein Gesamtbild der Entwick­lung des Men­schen gezeichnet wird – seiner Kultur und seiner vermeintlichen Fortschritte. Eines der großen Bücher des vergangenen Jahr­hunderts.
„Lewis Mumford ist der bedeutendste Historiker der Technik und der industriellen Entwicklung.“ (Chicago Tribune)
Zur Vorbereitung und Anschaffung empfohlen:
Lewis Mumford, Mythos der Maschine.
Kultur, Technik und Macht, Frankfurt a. M. 1977ff.
(im modernen Antiquariat ca. 8 -15 Euro)

6 Termine mittwochs 16.15 – 17.45 Uhr,
28.09., 05.10., 12.10., 19.10., 26.10. und 02.11.2011
Teilnehmerentgelt: 63,60 Euro, erm.: 34,80 Euro
Raum: 001
Kursnummer: SZ 118-105

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Dozent: Prof. Dr. Günther W. Bien

Wie gewinnt man die Seelenruhe
eines stoischen Weisen?
Hinweise bei Epiket und Marc Aurel

Der stoische Philosoph Epiktet (ca. 50 – 130 n. Chr.) gilt durch sein Leben und seine Lehre als ein Muster weiser Lebensführung. Seine Anweisungen zu einem glücklichen Leben sind zusammengefasst im „Handbüchlein der Moral“ (um ca. 100 n. Chr. von seinem Schüler Arrian niedergeschrieben). Das Leitwort Epiktets, „Ertrage und entsage!“, bedeutet die erdachte und erprobte Lebensweisheit der von jedwedem äußeren Schicksal völlig unbeirrten heiteren Gemütsruhe sowie der gänzlichen Unbestimmbarkeit menschlichen Fühlens, Wollens und Wirkens durch ungebändigte Triebe und Affekte: kurz, die stoische Ataraxie und Apathie, also die Ruhe der Seele. Ausgangspunkt der Überlegungen über die richtige Daseins­gestaltung ist die Unterscheidung der Dinge, die in unserer Gewalt stehen, und solcher, die in nicht unserer Gewalt sind. Was nicht in unserer Gewalt steht, und was man nicht ändern kann, das soll der Mensch in Ruhe und Gelassenheit hinnehmen.
Der römische Kaiser Marcus Aurelius Antoninus (121–180 n.Ch.) legt in seinen „Selbstbetrachtungen“ – einem Hauptwerk der späten Stoa und dem Meditationsbuch für viele Jahrhunderte – Maximen nieder, die in erster Linie auf die Bewahrung der Freiheit des Geistes gegenüber den äußeren Verhältnissen gerichtet sind. Übereinstimmung mit sich selbst, das Ideal der Stoa überhaupt, wird durch Übereinstimmung des Handelns mit dem göttlichen und zugleich kosmischen Allgesetz erreicht. Leben nach der allgemeinen und insbesondere der menschlichen Natur bestimmt die einzelnen Handlungsmaximen. Die Gelassenheit gegenüber den äußeren Ereignissen und Einordnung in das kosmisch-göttliche Gesetz vermitteln den erstrebten Frieden der Seele. Die Bewahrung des inneren Selbst lässt äußere Übel, aber auch äußeres Wohl­ergehen als belanglos erscheinen. Der Ausgleich eines auf Öffentlichkeit und aktives Leben ausgerichteten Grundansatzes mit der Bewahrung des Selbst bedarf einer Reihe von Maximen, von denen das Gebot der Apathie, der Loslösung von äußeren Motiven und Leidenschaften, die wichtigste darstellt.
Die beiden Texte liegen in vielen preisgünstigen Ausgaben vor, z.B. in Reclams Universalbibliothek.

8 Termine dienstags 16.15 – 17.45 Uhr
24.01., 31.01., 07.02., 14.02., 21.02., 28.02., 06.03. und 13.03.2012
Teilnehmerentgelt : 79,80 Euro, erm.: 41,40 Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 118-100

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Dozent: Prof. Dr. Norbert Kapferer

Das Bild des Islam und
die Rezeption des Koran im Abendland

Von den frühesten Zeugnissen christlicher Kommentatoren und mittelalterlicher Kirchenväter über die Urteile der Reformatoren und neuzeitlichen Aufklärer bis zur Gegenwartsphilosophie und -theologie.

Ob der Islam zur europäischen oder deutschen Kultur gehört, darüber wird hierzulande lautstark gestritten. Ein Blick in die Geschichte scheint deshalb von Nöten, um dieser Auseinandersetzung ein Fundament zu geben.
Spätestens mit den Eroberungen muslimischer Heere im Byzan­tinischen Reich und auf der Iberischen Halbinsel im 7. und 8.Jahrhundert, verbreitete sich im christlichen Abendland die Kunde vom Islam. Was zunächst als Einfall ungläubiger Barbaren wahrgenommen, dann als Strafe Gottes und apokalyptisches Vorzeichen identifiziert wurde, wandelte sich erst allmählich zur Erkenntnis, dass hinter den Eroberern eine mächtige Hochkultur und eine neue Religion stand, die sich auf das Alte und Neue Testament berief. Wenngleich man diese Religion als Häresie und ihren Propheten Mohammed als Betrüger verdammte, so begann doch zugleich damit eine Auseinandersetzung mit islamischen Schriften und darauf folgenden ersten Übersetzungen des Koran. In die über Jahrhunderte währende Diffamierung mischten sich nun auch vereinzelte differenzierende Urteile, schließlich sogar Wertschät­zun­gen und Angebote zum religiösen Dialog. Dennoch blieb das Bild des Islam und die Rezeption des Koran in der westlichen Welt bis heute zwiespältig und schwankt(e) zwischen Schreckbild und Faszination.
In dieser Vorlesung sollen die wichtigsten Stationen dieser Rezep­tion nachgezeichnet werden. Absicht ist, die jeweiligen zeitbedingten Vorur­teile kenntlich zu machen, ihre bis heute wirkenden Diffamie­rungen zu entlarven, ohne dabei in unkritische Sichtweisen dieser Religion zu verfallen.

Programm:
1. Hilferufe aus Konstantinopel und Südspanien in Anbetracht der muslimischen Invasion im 7. und 8. Jahrhundert;
2. Karl der Grosse und seine Zeitgenossen;
3. Die Texte und Propagandabilder der Päpste und Kreuzzügler des 11. – 12.Jhr.;
4. Kaiser Friedrich II. versus Thomas von Aquin und Dante;
5. Das Echo auf den Fall von Konstantinopel 1453 (Nikolaus von Cusanus u. a.);
6. Die Reformatoren und Humanisten (Luther und Erasmus);
7. Die Aufklärer (Voltaire, Montesquieu, Lessing);
8. Klassiker und Romantiker (Herder, Schiller, Goethe, Schelling);
9. Die Stimmen des 19.Jahrhunderts im Kontext der Entstehung von Orientalistik und Islamwissenschaften;
10. Die Diskurse im 20. und 21. Jhr. und nach dem 11.9.2001;

10 Termine: montags 16.15 –17.45 Uhr
26.09., 03.10., 10.10., 17.10., 24.10., 31.10., 07.11., 14.11., 21.11., 28.11.2011
Teilnehmerentgelt : 102,00 Euro, erm.: 54,00 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 119-101

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Der Tanz um das Goldene Kalb
Nicolas Poussin 1633

Dozent: Prof. Dr. Norbert Kapferer

Philosophie des Geldes

Phänomenologische Erkenntnisse über ein „physisch-metaphysisches Ding“ in Anbetracht der Finanzkrise

„Keine Zeile dieser Untersuchungen ist nationalökonomisch gemeint.“ Mit diesem berühmten Satz distanzierte sich der Philosoph und Soziologe Georg Simmel in seiner im Jahr 1900 erschienenen Studie „Philosophie des Geldes“ von der landläufigen Meinung, das Thema Geld sei ausschließlich Sache der Wirtschaftswissenschaften. Insofern diese nämlich nur die Erscheinungsformen, Funktionen und Mutationen des Geldes und der Geldwirtschaft betrachten, entgeht ihnen die metaphysische Tiefendimension dieses Phänomens, die wahrhafte Natur „dieses Dinges“ und die es umgebende geheimnisvolle Aura.
Simmel steht mit seiner „Philosophie des Geldes“ in jener Traditionslinie von Denkern, die das Rätsel des begehrtesten aller materiellen Dinge unter Einbeziehung metaphysischer, ontologicher, anthropologischer, ästhetischer, psychologischer und soziologischer Erkenntnisse lüften wollten und dabei einen ganz anderen Zugang zum Verständnis des Phänomens Geld eröffneten.
Im Mittelpunkt des Seminars steht Simmels „Philosophie des Geldes“. Doch auch eine Reihe anderer namhafter Denker aus Gegenwart und Vergangenheit wird zu Worte kommen, die zum Ursprung und Wesen, zur Faszination und Symbolik, zur Psychologie und zum Kultus des Geldes einen Beitrag geleistet haben.

Themen im einzelnen:
Georg Simmel und sein Werk / Hypothesen über den Ursprung des Geldes / Historische Entwicklung des Geldgebrauchs: Hortgeld, Zahlgeld, Verkehrsgeld / Exkurs: Ästhetik und Symbolik des Geldes / Wert und Geld: Metaphysik des Wertes, Gold und Geld als „Substanz“, die Geld-Illusion / Geld in den monothe­istischen Religionen / Geld und Geist: Geld und abstraktes Denken, Geld und europäischer Rationalismus / Der Mensch und „sein Geld“: Geld und Charakter, Geld und Sexualität / Zukunft des Geldes?

7 Termine freitags 18.00 – 19.30 Uhr
23.09., 30.09., 07.10., 14.10., 21.10., 28.10. und 04.11.2011
Teilnehmerentgelt: 73,20 Euro, erm.: 39,60 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 112-115

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Byung-Chul Han

Dozent: Dr. Christian Knudsen

Das Buch auf dem Prüfstand:

Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft

Für den Philosophen Byung-Chul Han, der wie Peter Sloterdijk an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe lehrt, vollzieht sich derzeit unbemerkt ein Paradigmenwechsel. Die Gesell­schaft einer sich gegen externe Feinde abschirmenden Negativität weicht einer Gesellschaft, die von einem Übermaß an interner Positivität beherrscht wird und deren Mitglieder durch den permanenten Zwang zur Selbstentfaltung zunehmend in die Paralyse der Erschöpfung getrieben werden. Han’s Analyse mündet in die Vision einer Gesellschaft mit der Chance auf produktive Müdigkeit: „Die Erschöpfungsmüdigkeit ist eine Müdigkeit der positiven Potenz. Sie macht unfähig, etwas zu tun. Die Müdigkeit, die inspiriert, ist eine Müdigkeit der negativen Potenz, nämlich des ‚nicht-zu’. Heilig ist nicht der Tag des ‚um-zu’ sondern der Tag des ‚nicht-zu’, ein Tag, an dem der Gebrauch des Unbrauchbaren möglich wäre. Er ist der Tag der Müdigkeit.“
In dem Kurs prüfen wir die Angemessenheit der von Han vorgenommenen Beschreibungen, Analysen und Prognosen und beleuchten die Leitidee des Buches mit weiteren prominenten Texten zum Thema „Müdigkeit“ etwa von Franz Kafka, Peter Handke und Hartmut Rosa.

Zur Anschaffung und Lektüre empfohlen:
Byung-Chul Han, Müdigkeitsgesellschaft (Matthes &Seitz) Berlin 2010. 66 Seiten / 10 Euro.
Peter Handke, Versuch über die Müdigkeit (Suhrkamp), Franfurt a.M. 1989, 80 Seiten / 6 Euro.

4 Termine montags 18.00 – 19.30 Uhr
21.11., 28.11., 05.12. und 12.12.2011
Teilnehmerentgelt : 44,40 Euro, erm.: 25,20 Euro
Raum: 207
Kursnummer: SZ 118-107

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Dozent: Prof. Dr. Bernd Guggenberger

Was ist „schön“,
und woran erkennen wir das Schöne?

Eines der großen Lebensrätsel lautet: Warum ist der Mensch ein schönheitswahrnehmungsfähiges Wesen? Wie kommt es, dass schon ein kleines Kind zwischen „schön“ und „nicht-schön“ unterscheiden kann – und welche Folge hat dieses rätsel­hafte Vermögen für die Evolution des Sozialen, wie für die Ent­wicklung der künstlerischen und kulturellen Fähigkeiten des Menschen, ja sogar für seinen wissenschaftlichen und tech­nischen Erkenntnisweg?
Vielleicht begegnen wir ja in der Schönheit jener Herausforderung des menschlichen Unterscheidungsvermögens, die ganz am Anfang der Menschwerdung des Menschen steht. Vielleicht ist mit der Fähigkeit, schön und hässlich zu unterscheiden, eine der Urformen allen Unterscheidens gesetzt. Wenn Fortschritt vor allem als ein Fortschreiten in der Richtung einer immer genaueren und präziseren Wahrnehmung zu lesen ist, dann hat die Schönheit samt der von ihr stimulierten Verfeinerung unseres Wahrnehmungsinstrumen­tariums unverzichtbare Schrittmacherdienste geleistet. Die für alle technische Innovation maßgebliche Idee des Stimmigen und Gelungenen könnte nicht unmaßgeblich von der Beobachtung des Stimmigen und Gelungenen am Artgenossen beeinflusst sein: Gäbe es ohne die urzeitliche Schulung in der Wahrnehmung des Schönen und vollendet Gelungenen am Artgenossen eine Idee des Schönen von Menschenhand in der Kunst, eine Idee vom gelungenen Leben, eine Vorstellung vom politischen Zusammenwirken und von sozialer Harmonie?

Die Veranstaltung beginnt am 09.11.2011, um 16.00 Uhr mit einem umfassenden Einführungsvortrag („Die soziale Macht der Schönheit“), der auch einzeln belegt werden kann.

4 Termine mittwochs 16.15 – 17.45 Uhr,
09.11., 16.11., 23.11. und 30.11.2011
Teilnehmerentgelt : 44,40 Euro, erm.: 25,20 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 118-113

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Dozentin: Dr. Sibylle Plunger

Das Phänomen des Alters
im Denken von Simone de Beauvoir

Die französische Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir (1908 – 1986) hat sich in ihrem berühmten Essay über das Alter eingehend mit dieser spezifischen Lebensphase befasst. Sie griff stets dann zur Feder, wenn Probleme sie direkt berührten. Zum Zeitpunkt des Erscheinens ihres Werkes im Jahre 1970 war Simone de Beauvoir zweiundsechzig Jahre alt; nicht zuletzt wendet sie, die Ältergewordene, mit ihren Analysen den Blick auf eine Daseins­wirklichkeit, welche bereits ihrer eigenen entspricht. Eine Philosophie, die nicht auf lebendiger Erfahrung beruht, lehnt die Existentialistin zeitlebens ab. Demgemäß erweitert sie die existentialistischen Grundfragen um die von den Existentialisten eher vernachlässigte Kategorie des Handelns. Fragen der ethischen Reflexion einerseits und des moralischen Handelns andererseits nehmen in diesem Denken einen breiten Raum ein. Im zweiten Abschnitt des Buches erfahren wir Aufschlussreiches über das Alter als gelebte Erfahrung. Alter wird nun nicht mehr allein als ein biologisches Faktum begriffen. Hilfreich ist hier die Vielzahl an faszinierenden Zeugnissen über individuelle Konfron­tationen mit dem Alter aus der Literaturgeschichte (u. a. finden wir Verweise auf Goethe, Tolstoj und Victor Hugo), derer sich die Autorin reichlich bedient.
Wir werden uns zunächst mit prägenden Aspekten aus dem Leben der Philosophin beschäftigen (u. a. mit ihrer großbürgerlichen Herkunft, der jahrzehntelangen, äußerst anregenden und zugleich so widersprüchlichen Beziehung zu Jean-Paul Sartre). Im Mittelpunkt des Seminars wird jedoch der Essay „Das Alter“ stehen; wir werden uns eingehend mit ausgewählten Textabschnitten befassen. Wie in kaum einem anderen Werk, das sich in den letzten Jahrzehnten mit den Besonderheiten dieses Lebensabschnittes befasst hat, wird das offenkundige Versagen der modernen Gesellschaft hinsichtlich ihres Umgangs mit dem Alter schonungsloser verdeutlicht als in diesem. Ein eindrückliches Werk, das bis heute nichts an Aktualität verloren hat!
Zur Anschaffung empfohlen:
Simone de Beauvoir: Das Alter, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2004. Preis: Euro 9,95.

9 Termine montags 10.45 – 12.15 Uhr
26.09., 10.10., 17.10., 24.10., 31.10, 07.11., 14.11., 21.11., 28.11.2011
Teilnehmerentgelt: 92,40 Euro, erm.: 49,20 Euro
Raum: 001
Kursnummer: SZ 118-115

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Dozentin: Dr. Sibylle Plunger

Wer soll, wer darf entscheiden,
wenn der Betroffene selbst
nicht mehr entscheiden kann?

Ausgewählte Fragestellungen der Bioethik

Mit dem Begriff „Bioethik“ lässt sich jener Teilbereich der Ethik bezeichnen, der sich moralischen Problemen im Umgang mit Lebens­phänomenen zuwendet. So beinhaltet er u. a. die medizinische Ethik, die Tierschutzethik und große Teile der ökologischen Ethik.
In diesem Seminar werden wir zentrale Problembereiche der aktuellen Bioethik erörtern. Anhand des bis heute vieldiskutierten prinzipienorientierten Denkansatzes von Tom Beauchamp und James Childress wollen wir hinterfragen, auf welche Weise ethische Hypothesen Eingang in die konkrete medizinische Handlungspraxis finden (können); aber auch, wo die Grenzen ihrer Umsetzbarkeit sind. Beauchamp und Childress rekonstruieren vier Prinzipien (Respekt vor der Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun und Gerechtigkeit) für den biomedizinischen Bereich, welche mittlerweile als die klassischen Prinzipien der medizinischen Ethik angesehen werden können. Kaum ein anderes Modell hat die biomedizinische Debatte – im Gesamten betrachtet – so nachhaltig geprägt wie dieses. Es hat nicht nur im angloamerikanischen, sondern auch im deutschsprachigen Raum eine erstaunliche Popularität erlangt.
Im Rahmen unseres Seminars werden wir folgende Themenkreise diskutieren:
– Was ist „Bioethik“? Eine kurze Einführung in die Geschichte der Bioethik
– Der medizinethische Denkansatz von Beauchamp / Childress. Erläuterungen
– Über die Möglichkeiten und Grenzen der Biomedizin
– Was bedeutet das Konzept der informierten Zustimmung im Kontext der Medizin?
– Wo liegen die Grenzen der Selbstbestimmung des Patienten?
– Wer soll (wer darf) entscheiden, wenn ein Mensch nicht mehr entscheidungsfähig ist, etwa dann, wenn es um so wesentliche Fragen wie die Aufrechterhaltung von Lebensfunktionen geht (Apparatemedizin, künstliche Ernährung)?
– Was bedeutet Lebensqualität am Lebensende?
– Die Verbindlichkeit und Reichweite der Patientenverfügung seit 2009

9 Termine montags 14.15 – 15.45 Uhr
26.09., 10.10., 17.10., 24.10., 31.10, 07.11., 14.11., 21.11., 28.11.2011
Teilnehmerentgelt: 92,40 Euro, erm.: 49,20 Euro
Raum: 113
Kursnummer: SZ 118-109

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Dozent: Dr. Andreas Meier

Machen wir die Hölle zu?

Für was war und ist die Hölle gut?

Können wir Menschen ohne die Annahme leben, dass es eine Hölle gibt? Gibt es Kulturen ohne Höllenvorstellungen? Gehören Massenmörder wie Hitler, Mao und Stalin in die Hölle? „Wenn Hitler in die Hölle kommt, werde ich das im Unterhaus offiziell begrüßen“, kündigte Churchill 1941 an. Entspricht die Hölle dem „Reich des Bösen“, gegen das der letzte US-Präsident politisch ankämpfte?
Claude Chabrols Film „Die Hölle“ von 1994, den arte am Montag, den 20. Juni 2011 zeigt, schließt vor dem Abspann mit den Worten „sans fins“ (ohne Ende). Ist die Hölle unentrinnbares Schicksal?
04. Oktober: Wir klären, was wir unter der Hölle verstehen, was in unserer Umwelt, in unserer Kultur unter Hölle verstanden wird. Der Dozent gibt einen Überblick über Höllenvorstellungen im Mythos, im Buddhismus und im Islam.
10. und 17. Oktober: Hier sind die christlichen Höllenvorstellungen unser Thema: Hat der auferstandene Christus die Hölle überwunden, oder gehört die Hölle zum christlichen Glauben? Der Dozent er­läutert anhand von verteilten Texten des Theologen Origines (ca. 185 – 235 n. Chr), warum dieser und seine Schüler („Originisten“) der Auffassung waren, dass kein Mensch in die Hölle kommt. Wir untersuchen, warum große Synoden diese tröstliche Allversöh­nungs­lehre, der Christen einst anhingen, verwarfen.
24. Oktober: An diesem Nachmittag treffen wir uns in einem Berliner Museum, um Höllendarstellungen zu studieren und zu interpretieren. (In der ersten Sitzung wird bekannt gegeben, in welchem Museum wir uns treffen.)
31. Oktober: Geschildert wird die Höllenvorstellung der römisch-katholischen Kirche. Nach einem Satz Jesu im Matthäusevangelium (16,18) „sollen die Pforten der Hölle die christliche Kirche nicht überwältigen, die ich auf dem Felsen Petrus aufbauen werde.“ Die Päpste empfinden sich nach der katholischen Interpretation dieses Satzes als Nachfolger Petri, die der Hölle widerstehen. Schafft das im Mittelalter erfundene „Jüngste Gericht“ eine Art sanfter Höllen­version, aus der eine Rückkehr möglich ist?
07. November: Wir ziehen Bilanz, stellen Fragen: Was hat die Hölle mit dem Bösen zu tun? Wie können wir mit Hölle und Bösem leben?

6 Termine: Montag 04.10., 16.00 –18.00 Uhr,
dienstags, 16.15 –17.45 Uhr,
10.10., 17.10., 24.10., 31.10. und 07.11.2011
Teilnehmerentgelt : 63,60 Euro, erm.: 34,80 Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 119-103

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Dozent: Dr. Christian Knudsen

Ein Dichter wettet aufs Leben.
Heinrich von Kleist – Ausnahmezustände

Am 21. November 1811 nahm sich der vierunddreißigjährige Heinrich von Kleist in Kohlhasenbrück am Wannsee das Leben und besiegelte damit die Verwegenheit und Seriosität seines künstlerischen Schaffens. In den exakt zweihundert Jahren, die uns zeitlich von dieser außerordentlichen Begebenheit trennen, sind die poetischen Grundimpulse Kleists nicht nur nicht veraltet, sondern sie können geradezu erst heute – unter den komplexen Bedingungen einer Weltrisikogesellschaft (Ulrich Beck) – ihre ungeheuerliche Zündkraft entfalten. Mindestens drei repräsentative Texte aus je verschiedener Gattung dienen uns zur Probe aufs Exempel:
– der dialogische Essay „Über das Marionettentheater“;
– die Novelle „Das Erdbeben in Chili“;
– das Drama „Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin“.


Am 13.November steht ein gemeinsamer Besuch der Aufführung „Prinz Friedrich von Homburg“ im Gorki-Theater in der Regie von Arnim Petras auf dem Programm. Aus kartentechnischen Gründen sind die Anmeldungen bei Dr. Christian Knudsen (Tel. 030- 8324484) bis zum 15.09.2011 erforderlich. Ein Gespräch mit dem Regisseur ist angefragt.

7 Termine dienstags 18.15 – 19.45 Uhr
19.09., 26.09., 17.10., 24.10. 31.10., 07.11. und 14.11.2011.
Teilnehmerentgelt: 73,20 Euro, erm.: 39,60 Euro
Raum: 11, Onkel Tom Str. 14
Kursnummer: SZ 211-007

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Dozent: Mag. Alain Michel

„Theater von innen"

Der Kurs „Theater von innen“ wendet sich an Hörerinnen und Hörer, die den Produktionsprozess des Schauspiels an einem praktischen Beipiel kennenlernen möchten. Dabei geht es nicht darum, Szenen zu stellen oder zu spielen. Vielmehr soll versucht werden, anhand eines Zweipersonenstücks der Gegenwart, „Bildung für Rita“ von Willy Russel, eine darstellerische Haltung einzunehmen. Dies bedeutet, einen persönlichen Bezug zu einer Situation, einem Vorgang und schließlich einer Figur herzustellen.

8 Termine, donnerstags 10.45 – 12.15 Uhr
15.09., 22.09., 29.09., 06.10., 13.10., 20.10., 27.10., 03.12.2011
Teilnehmerentgelt: 82,80 Euro, erm.: 44,40 Euro
Raum: 021
Kursnummer: SZ 211-009

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Dozent: Prof. Dr. Günter Erbe

Schriftsteller der „inneren Emigration“.
Die nichtnationalsozialistische Literatur im Dritten Reich

Gegenstand der Veranstaltung sind Autoren, die im Dritten Reich schrieben und veröffentlichten, ohne sich vom NS-Regime vereinnahmen zu lassen. Mit Eugen Gottlob Winkler (1912 – 1936) gilt es, das exemplarische Werk eines jung verstorbenen Dichters zu entdecken, das bis heute seinen Rang behauptet hat.
Literatur:
Eugen Gottlob Winkler: Die Erkundung der Linie. Erzählung, Aufsatz, Gedicht. Hrsg. von Durs Grünbein, Leipzig 1993
Hans Dieter Schäfer: Das gespaltene Bewußtsein. Deutsche Kultur und Lebenswirklichkeit 1933-1945, München 1981

6 Termine, freitags 16.15 – 17.45 Uhr
16.09., 23.09., 30.09., 07.10., 14.10. und 21.10.2011
Teilnehmerentgelt: 63,60 Euro, erm.: 34,80 Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 211-011

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Dozent: Dr. Günter Gerstberger

Arbeit am Jenseits–
mit dem Werkzeug der Poesie
Lesung – Seminar – Werkstatt

Was wir auch tun und lassen – es bleibt ein Ungenügen. Wie wir auch leben – solange wir leben –, etwas scheint immer zu fehlen.
Etwas gibt es, das ist nicht jetzt und hier, entzieht sich dauernd und anderweitig in ein – Jenseits. Doch es berührt uns, treibt uns um und hin … Gewiss: Es ist der klassische Gegenstand der Philo-, Theo- und anderer (A)logien, klassisch bezeichnet als Transzendenz und Metaphysik … Es ist aber auch Objekt großer Poesie… Der Dozent – Philologe – Philosoph – Poet – betreibt diese Arbeit am Jenseits mit Mitteln der Poesie. Diese seine Poesie ist spekulativ: Sie arbeitet sich, im Spiegelraum der assoziativen Sprach­inspiration hin- und hergeworfen, hinauf und hinaus in einen „Weltraum“ überraschender Interpretation. Ihr geistiger Mutwille ist allerdings in eine strenge Form gebunden, für die die europäische Poetik den Begriff Sonett bereithält – hier freilich in einer eigenwilligen, kurzweiligen Variante, die sich spi­ralig-konzentrisch auf ihr Objekt zubewegt und es plötzlich erspießt. Die Tonlage changiert zwischen melancholisch-schwermütig und euphorisch-leichtsinnig und lässt auch Grotesk-Absurdes nicht aus. Lassen Sie sich auf dieses philosophisch-poetische Abenteuer ein in einem Zyklus von zwei Sitzungen – Erleuchtungen garantiert.
Hintergrund:
Günter Gersberger „Sonette an Kalypso“, Frieling-Verlag, Berlin 2010

Ablauf:
Lesung rund um das Sonett, Donnerstag 01.12.2011, 19.00 bis 20.30 Uhr. Vertiefendes Seminar am Freitag 02.12.2011, 9.30 bis 12.45 Uhr

Teilnehmerentgelt: 34,80 Euro, erm.: 20,40 Euro
Raum: 307
Kursnummer: SZ 211-013

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Dozentin: Prof. Dr. Barbara Breysach

Faszination Mitteleuropa:
Ein literarischer Streifzug


Im Mittelpunkt des Seminars stehen deutschsprachige Texte aus den literarischen Zentren Mitteleuropas. Hinzu kommen Texte aus dem Italienischen, Polnischen, Tschechischen und Ukrainischen, jeweils in guten deutschen Übersetzungen. Zusammen gehalten wird Mitteleuropa von der Donau, aber es lebt auch in seinen bekannten Metropolen und unbekannten Provinzorten. Der Literaturraum Mitteleuropa erlebte seine großen Zeiten mit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, zerbrach im Ergebnis an den dort nicht gelösten nationalen Rivalitäten und erfuhr sowohl nach 1918 als auch noch im späten 20. Jahrhundert unter jeweils ganz neuen Vorzeichen eine Art von Renaissance, verbunden mit kritischer Rückschau. Das jüdische Mitteleuropa freilich ist mit der Vernichtung der Juden untergegangen.
Unser Seminar begeht einige der nicht nur literarisch bekannten Orte dieses Mitteleuropas und spürt ihrer Faszination im Medium großer erzählender Literatur nach. Für die vorgesehenen zehn Sitzungen werden die jeweiligen Textauszüge zur Verfügung, gestellt, deren genauer Lektüre wir uns widmen werden. Am Beginn des Seminars steht eine Einführung in Kultur und Geschichte Mitteleuropas und am Abschluss eine Diskussion über die Bedeu­tung dieses schwer zu definierenden Begriffs; denn Mittel­europas Grenzen zu bestimmen, war und ist noch immer eine heikle Aufgabe.

1. Wien: Arthur Schnitzler – Traumnovelle
2. Wien/ Salzburg: Stefan Zweig – Die Welt von gestern
3. Wien, Ingeborg Bachmann – Das dreißigste Jahr
4. Budapest, Imre Kertész – Roman eines Schicksallosen
5. Trieste und Umgebung: Scipio Slataper – Mein Karst
6. Brody: Joseph Roth – Der Radetzkymarsch
7. Drohobycz: Bruno Schulz und Deborah Vogel – Die Zimtläden und Gedichte
8. Lwów (Lemberg): Józef Wittlin – Mein Lemberg
9. Prag: Jaroslav Hasek und Franz Kafka – Der brave Soldat Schwejk und Vor dem Gesetz
10. Iwano-Frankiwsk (Ukraine) / Wollowiec (Südpolen): Juri Andru­cho­wytsch und Andrzej Stasiuk – Mein Europa

10 Termine:
freitags 14.15 – 15.45 Uhr
14.10., 21.10., 28.10., 04.11., 11.11., 18.11., 25.11., 02.12., 09.12. und 16.12.2011
Teilnehmerentgelt: 102,- Euro, erm.: 54,- Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 211-015

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Dozent: Dr. Christian Knudsen

Dionysos
Mythos – Tragos – Ekstasis

In der Geschichte der Menschheit finden wir wohl kaum eine mythologische Figur, die auf derart komplexe Weise ihre Energie auf die verschiedenen Sphären von Kultus, Dichtung, Philosophie und Kunst ausgestrahlt hat wie die Gestalt des Dionysos samt Gefolge aus Mänaden, Satyrn und Nymphen. Dieser Dionysos war einer der beliebtesten und rätselhaften Götter der Griechen, und auch die Moderne hat sich von ihm mehr faszinieren lassen als von jedem anderen Gott der Antike. Als Sohn des Zeus und der thebanischen Königstochter Semele bildete er bereits durch seine Abstammung eine Ausnahme unter den Olympischen Göttern. Zu seinen zentralen Wirkungsbereichen gehörten der Wein und die Ekstase, oft verbunden mit Musik, Tanz und ausgelassener Sexualität, aber auch die Maske und das Theater. Als Mysteriengott versprach er zudem Seligkeit im Jenseits.
Der Kurs widmet sich vornehmlich den folgenden Themen­berei­chen:
1. Die mythologische Überlieferung vom lebenden und liebenden, sterbenden und auferstehenden Dionysos
2. Das dionysische Pathos in den Tragödien des Aischylos, Sophokles und Euripides
3. Dionysos und sein Gefolge in der bildenden Kunst
4. Das Dionysische in Dichtung und Philosophie von Homer und Ovid bis Hölderlin und Nietzsche
5. Dionysos in der Musik: Georg Friedrich Händel, Claude Debussy u.a.

5 Termine montags 18.00 – 19.30 Uhr
04.06., 11.06., 18.06., 25.06. und 02.07.2012
Teilnehmerentgelt : 54,00 Euro, erm.: 30,00 Euro
Raum: 014
Kursnummer: SZ 211-002

Den Abschluss des Kurses bildet ein Besuch der Oper „Dionysos“ von Wolfgang Rihm am 10. Juli 2012 in der Staatsoper Berlin (Schillertheater). Text: Wolfgang Rihm nach den Dionysos-Dithyramben von Friedrich Nietzsche; Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher; Bühnenbild: Jonathan Meese. Ein Dramaturgengespräch ist zugesagt.

Da die Karten zu dieser international gefeierten Produktion der Salzburger Festspiele 2010 äußerst begehrt sind, ist eine Voranmeldung bei Dr. Christian Knudsen (Tel. 030-8324484 –
E-Mail: christian.knudsen@web.de) bereits bis Ende November 2011 erforderlich.

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Johanna Wech

Dozentin: Johanna Wech

Theaterabend an der Lessing-Hochschule

Bettina von Arnim und Goethe – Eine Einführung

GOETHES UNGELIEBTER ENGEL
Ein Stück von JOHANNA WECH

Sagt, geht es euch nicht auch so,
wenn die Sonne sich im Wasser spiegelt? So glutrot versinkt …
Da möchte man sich doch gar zu gern hinein stürzen
und mit der Sonne Glanz vergehen…

Johanna Wech ist Referentin für Zeitgeschichte im Bundes­kanzler­amt. Als Autorin und zugleich Schauspielerin ihres eigenen Werkes: GOETHES UNGELIEBTER ENGEL … EINE STAATSFEINDIN?, spielt sie Bettina von Arnim, einen Feuergeist, der bald verzweifelt, bald übermütig zwischen Romantik und Revolution schwankt. Verfolgt von des Königs Ministern, beflügelt von Goethe im Dichterhimmel, berauscht von Beethovens Musik, dichtet Bettine, komponiert, schreibt und wird unversehens zur Vorkämpferin unserer Demo­kratie ...
Zeigt Johanna Wech im ersten Akt noch eine zart entrückte Bettine, die sich im Spannungsfeld zwischen Goethe und Beethoven, den beiden Heroen des vorletzten Jahrhunderts, verzehrt, lässt sie im zweiten Akt eine übersensible Bettine auferstehen, die an Gleichgültigkeit und Willkür fast zu zerbrechen droht, und mal trium­phierend, mal erbarmungswürdig heruntergekommen in die Dornen ihrer Zeit greift.

Termin: Donnerstag 17.11.2011, 19.00 – 21.00 Uhr
Teilnehmerentgelt: 20,00 Euro, erm.: 12,80 Euro
Raum: 207
Kursnummer: SZ 211-017

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Dozent: Prof. Dr. Günter Erbe

Das Verschwinden der „großen Dame

und der Niedergang der „großen Welt" in Paris, Berlin, London und New York zwischen 1900 und 1930

Der Begriff der großen Dame bezieht sich in der Regel auf eine Frau mit Prominentenstatus, die in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen hohes Ansehen genießt. Durch ihr Alter besitzt sie gegenüber jüngeren Damen eine besondere Aura, die sie nicht nur als ältere, sondern als große Dame erscheinen lässt. Sie wird als Repräsentantin ihrer Generation wahrgenommen, ihr Ableben oft als gleichbedeutend mit dem Dahinschwinden eines bestimmten Frauentyps angesehen. Das Aussterben der Spezies der großen Dame und ihres gesellschaftlichen Umfeldes signalisiert einen grundlegenden Wandel in Geschmacksbildung, kultureller Traditionspflege und Repräsentation. Zur Illustration werden Mode- und Gesellschaftsjournale, Selbstzeugnisse, Biographien, belletristische Werke, Fotografien sowie Filme herangezogen.

5 Termine: freitags 15 –17 Uhr
06.01., 13.01., 20.10., 27.01., 03.02.2012
Teilnehmerentgelt: 78,00 Euro, erm.: 42,00 Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 211-004

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Dozentin: Dr. Ulrike Müller-Hofstede

Renaissance und Barock
Einführungskurs in die Skulptur der Frühen Neuzeit

Das Bode-Museum auf der Museumsinsel besitzt eine weltweit einzigartige Sammlung italienischer, französischer, spanischer und deutscher Skulptur. Vor Ort werden wir uns exemplarisch einige der Meisterwerke ansehen und überlegen, welche funktionalen und künstlerischen Interessen sich mit diesen Zeugnissen einer Hochkultur in Renaissance und Barock verbinden. Vermittelt werden Epochen­begriffe, Thementradition, ein Bewusstsein für die Qualität der Werke und ein aufmerksames Sehen und Beobachten von Details, die regionale und stilistische Unterschiede deutlich machen.

9 Termine freitags 16.15 – 17.45 Uhr
30.09., 07.10., 14.10., 21.10., 28.10., 04.11., 11.11., 18.11., 25.11.2011
Teilnehmerentgelt: 92,40 Euro, erm.: 49,20 Euro
Ort: Bode-Museum, Museumsinsel; Treffpunkt an der Kasse
Kursnummer: SZ 211-019

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Dozent: Dr. Christian Knudsen

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

„Das ist doch etwas, aus dem sich etwas lernen lässt“, rief der junge Mozart aus, als er in der Thomaskirche zu Leipzig mehr oder weniger zufällig eine Bach-Motette zu Gehör bekam – und nicht zuletzt aufgrund dieses Erlebnisses setzte er sich, je älter er wurde, desto intensiver mit der einzigartigen Bachschen Kunst des Kontra­punkts auseinander. Was schon für Mozart Inspiration und Ansporn war, bringt uns bis heute zum Staunen und Nachdenken.
Unser musikphilosophischer Kurs versteht sich als Werkstattbesuch. Anhand von Klangbeispielen und Schaubildern folgen wir den kreativen Wegen, auf denen Johann Sebastian Bach zwei seiner bedeutendsten Kompositionen schuf: „Die Kunst der Fuga“ und die „Aria mit verschiedenen Veränderungen“ (es handelt sich hierbei um die berühmten „Goldbergvariationen“).
Im Rahmen des Kurses besuchen wir eine Aufführung der „Kunst der Fuge“, die am Sonntag, 29.April 2012, um 15.30 Uhr im Roten Rathaus unter der Leitung von Stephan Mai, dem Konzertmeister der Akademie für Alte Musik, stattfindet.

5 Termine mittwochs 18.00 – 19.30 Uhr
18.04., 25.04., 09.05., 16.05. und 23.05.2012
Teilnehmerentgelt: 51,00 Euro, erm.: 27,00 Euro
Raum: 120
Kursnummer: SZ 211-006

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Dozentin: Dr. Sibylle Plunger

Alter und Altern in der heutigen Gesellschaft.
Besonderheiten eines vielschichtigen Phänomens

Jeder von uns hat große Chancen, das 80. Lebensjahr zu erreichen. Ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir – und das ist bereits die Norm – als ältere und alte Menschen. Somit ist das Alter keineswegs ein Problem, das nur einen Teil unserer Bevölkerung betrifft: Denn Altern geht uns alle an, alt werden wir alle. Wer wir letztlich im Alter sind und wie wir unser Alter leben, ist das Resultat eines lebenslangen Prozesses.
Es ist uns heute durchaus bewusst, dass wir mit der demographischen Alterung vor einem gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch stehen, der enorme Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringen wird. Die Folgen des demographischen Wandels sind vielschichtig. So hat sich mit sinkendem Rentenzugangsalter und steigender Lebenserwartung der „Lebensabend“ vieler Älterer reichlich ausgedehnt; er beginnt bereits im „Nachmittag“ des Lebens!
Die Frage der Erhaltung und Betreuung einer ständig wachsenden Anzahl alt gewordener Menschen in den Industrie­ländern ist in den letzten Jahrzehnten aber nicht nur zu einem Problem der wirtschaftlichen Vorsorge und der Sozialgesetzgebung geworden, sondern auch zu einem der zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Alter ist vor allem die Familie von enormer Bedeutung. Schließ­lich werden, nach verschiedenen gegenwärtigen Schätzungen, derzeit noch 80 – 90% der hilfs- und pflegebedürftigen Eltern auf intensive Weise von ihren Kindern versorgt. Doch mittlerweile ist die Familie als soziale Institution zu einer rückläufigen Lebensform geworden. Welche Folgen hat diese Entwicklung für unsere Zukunft?
Mit dem Alter oftmals verbundene Probleme wie Vereinsamung und ungewohnte Formen der Abhängigkeit machen die letzte Lebensphase unbestritten zu einem ganz besonderen und vielschichtigen Phänomen. Doch die enorme Angst vor dem eigenen Altern, die Furcht vor Krankheit, Verfall und Tod lässt mitunter Horrorszenarien entstehen, die mit der Wirklichkeit des Alters oft nur sehr begrenzt übereinstimmen. So zeugen interdisziplinäre Untersuchungen von einer enormen Diskrepanz zwischen „objektiver“ Alterswahrnehmung und subjektivem Alterserleben.
In unserem Kurs werden wir uns mit folgenden zwei Themenkreisen beschäftigen:
1. Themenkreis: Philosophische Aspekte des Alters / Objektiver Blick und subjektives Alterserleben / Gesellschaftliche Realitäten und die Daseinswirklichkeit des alten Menschen / Alter und Gewohnheit – Gewohnheit als „ontologische Sicherheit“ / Alter und das Phänomen der Angst / Alter und Tod
2. Themenkreis: Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels / Älterwerden und Alter aus interdisziplinärer Perspektive: Der aktuelle Forschungsstand / Die Zukunft des Alterns.

9 Termine montags 13.30 – 15.00 Uhr
12.03., 19.03., 26.03., 02.04., 16.04., 23.04., 07.05., 14.05., 21.05.2012
Teilnehmerentgelt: 92,40 Euro, erm.: 49,20 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 112-406

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Dozent: Prof. Dr. Bernd Guggenberger

Wer ist Ich?
Zum aktuellen Erkenntnisstand
der Hirnforschung
und der Neurowissenschaften

„Was, wenn alles nur eine Illusion wäre und nichts existiert? Dann hätte ich für meinen Teppich definitiv zu viel bezahlt.“ (Woody Allen)

Wie entsteht mein Bewusstsein, und wer sagt mir, dass ich ihm trauen kann? Und wer denkt eigentlich, wenn ich denke, dass ich denke? Seit knapp fünf Jahrzehnten kristallisiert sich die Artificial Intelligence, die Künstliche Intelligenz (oder einfach kurz und bündig: KI!) immer unübersehbarer als ­eigener Schwerpunkt in der Wissenschaftslandschaft heraus.
Ausgehend von Alan M. Turings anstoßgebendem (und für viele Kritiker seinerzeit geradezu obszönem) Essay „Kann eine Maschine denken?“ wollen wir anhand heute bereits „klassischer“ Texte zum „Leib-Seele-Problem“ und zur Möglichkeit einer „Maschine mit geistigen Eigenschaften“ den grundlegenden Fragen der Philosophie an die KI- und Hirn-Forschung nachgehen: Sind „freier Wille“ und „Wahlfreiheit“ bloß der Vorläufigkeit unseres Wissens geschuldete euphemistische ­Illusionen? Ist der Roboter der bessere, weil vollkommenere Mensch? Wie ist das Verhältnis von „Geist“ und „Maschine“ angemessen zu bestimmen?
Was bleibt von den philosophischen Antworten der Tradition auf die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen, seinem
Person-Sein, seiner moralischen Identität, wenn wir sie vor dem Hintergrund jener Fragen prüfen, die gegenwärtig von den Neurowissenschaften aufgeworfen werden? Gibt es Brücken zwischen Erkennen und Glauben, zwischen Natur und Geist?

6 Termine mittwochs 16.45 – 17.45 Uhr,
28.03., 04.04., 11.04., 18.04., 25.04. und 02.05.2012
Teilnehmerentgelt : 63,60 Euro, erm.: 34,80 Euro
Raum: 118/119
Kursnummer: SZ 118-104

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Dozent: Prof. Dr. Norbert Kapferer

Zwischen Kulturpessimismus und Fortschrittsoptimismus
Philosophie der Technologie in Deutschland

In keinem anderen Land prallen technologischer Fortschritts­opti­mis­mus und technikkritischer Kulturpessimismus so hart aufeinander wie hierzulande. Nirgendwo werden Kontroversen über High-Tech, Kernenergie, Computerwelten etc. prinzipieller und leiden­schaftlicher geführt und das keineswegs nur in intellektuellen Zirkeln oder den Elfenbeintürmen der Wissenschaft, sondern quer durch alle Bevölkerungsschichten. Die Anti-AKW-Bewegung, die weltweit ihresgleichen sucht, hat hierzulande längst den Charakter einer Volksbewegung.
Kopfschüttelnd erleben unsere europäischen Nachbarn dieses eigentümliche Phänomen und halten dies mitunter für eine typisch deutsche Marotte („german angst“), eine Eigentümlichkeit des National­charakters.
Tatsächlich hat diese Hypersensibilität in Fragen der Technologie
etwas mit deutscher Ideengeschichte zu tun, mit untergründigen Strömungen in der Literatur, der Philosophie und den Geisteswissen­schaften – und nicht zu vergessen: auch mit der Religion.
Stichwortartig seinen genannt: Protestantische Ethik, Romantik,
Idealismus, Lebensphilosophie, Theosophie, Existenzphilosophie bis hin zu den irrationalistischen Verirrungen völkischer Ideologen.
Diese Vorlesung will die Eigenart deutscher Technikphilosophie an ausgewählten Beispielen herausarbeiten und ihre Aktualität kritisch reflektieren und diskutieren.

Programm
1. Spurensuche im Protestantismus (Stichwort: „Innerlichkeit“);
2. Kants Unterscheidung von Kultur und (technischer) Zivilisation;
3. Technologiekritik in der Romantik;
4. Idealismus versus Materialismus, Empirismus und Technizismus bei Fichte, Schelling und Hegel;
5. Technik- und Kapitalismuskritik beim jungen Karl Marx;
6. Wissenschafts- und Fortschrittskritik bei Schopenhauer und Nietzsche;
7. Kritik der Industriegesellschaft und des technischen Rationalismus bei Max Weber und Georg Simmel;
8. Philosophie der Technologie bei Jaspers und Heidegger;
9. Kritik der Instrumentellen Vernunft bei Horkheimer, Adorno und Marcuse;
10. Alternative Technologie und das „Prinzip Hoffnung“ (E. Bloch);
11. Das „Prinzip Verantwortung“ bei Hans Jonas;
12. Die Technologiedebatte der sechziger und siebziger Jahre.

7 Termine, montags 15.45 – 17.45 Uhr
09.01., 16.01., 23.01., 30.01., 06.02., 13.02. und 20.02.2012
Teilnehmerentgelt: 70,00 Euro, erm.: 35,00 Euro
Raum: 118/119
Kursnummer: SZ 112-400

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Dozent: Peter Bülow

Medienkritik 1

Informationsgesellschaft oder Medienrepublik –
Wer kontrolliert die „Vierte Gewalt“?

Zwar gewinnt das Internet an Bedeutung, doch die „traditionellen“ Massenmedien – und dabei insbesondere das Fernsehen – spielen weiterhin die zentrale Rolle bei der alltäglichen politischen Bericht­erstattung und Meinungsbildung. Doch sind wir in der Lage, mit den immer raffinierter sich präsentierenden Medienangeboten rich­tig umzugehen und als mündige Bürger bei unserer Meinungs­bildung das Heft in der Hand zu behalten?
Wortschöpfungen wie „Infotainment“ oder „Politainment“ deuten die zunehmende Vermischung von Information und Unterhaltung an; „Doku-Soap“ oder „Scripted Reality“ beschreiben neue Formen der inszenierten Schein-Realität.
– Werden wir bei all dem wirklich gut informiert?
– Werden allgemein anerkannte journalistische Arbeitsmaximen eingehalten?
– Welchen Einfluss haben Moderatoren, mit welchen Mitteln arbei­ten sie?
– Wie können wir als Zuschauer trotz steigender Komplexität und Vielfalt der Themen die Übersicht behalten?
Mit solchen Fragen wollen wir jeweils eigene Medien­erfahrungen aufgreifen und versuchen, die Sensibilität für die kleinen und gro­ßen Sünden der „Medienmacher“ zu schärfen, um Ansätzen von „Medienkompetenz“ auf die Spur zu kommen. Das geschieht mittels aktueller Beispiele aus dem Bereich des Informations­programms der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und anhand von ausgewählten Textbeiträgen zum Thema.

5 Termine: donnerstags 18.00 – 19.30 Uhr
27.10., 03.11., 10.11., 17.11. und 24.11.2011
Teilnehmerentgelt : 51,00 Euro, erm.: 27,00 Euro
Raum: 014
Kursnummer: SZ 118-111

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Dozent: Peter Bülow

Medienkritik 2

Informationsgesellschaft oder Medienrepublik –
Wandel und Trends in den Angeboten von Fernsehen, Hörfunk und Presse

In „Medienkritik 2“ soll es um weitere Aspekte des Themas „Medien­gesellschaft“ gehen, z.B.:
– Marketing total: Wettbewerbsstrategien im Kampf um Einschalt­quoten
– Jede Nachricht braucht ein Gesicht: Emotionalisierung, Drama­tisierung, Idolbildung.
– Wir wollen wissen, wer gewonnen hat! Die Sprache von Sportreportagen macht Politik zum Arena-Event.
– Experte oder Lobbyist, Selbstvermarkter oder Wahlkämpfer? Wer sitzt in den aktuellen Gesprächsrunden und Talkshows?
– PR-Journalisten und PR-Agenturen – wo und wie wirken sie in der Arbeit von Rundfunkanstalten und Verlagen?
– Medienfreiheit? Wie viel Freiheit ist möglich, wie viel Selbst­disziplin gefordert?

5 Termine: dienstags 18.00 – 19.30 Uhr
17.04., 24.04., 01.05., 08.05. und 15.05.2012
Teilnehmerentgelt: 51,00 Euro, erm.: 27,00 Euro
Raum: 307
Kursnummer: SZ 112-402

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Dozent: Dr. Andreas Meier

Hermann Ehlers
Der Missionar des Parlamentarismus aus Steglitz

Im Wechsel von Vortrag und Seminargespräch verfolgen die Teil­nehmer in fünf Veranstaltungen,
• (20.02.) wie der 1904 geborene Hermann Ehlers als Sohn eines aus der Heide eingewanderte Postbeamten in der bündischen Jugend Steglitz‘ als Schüler des heutigen Hermann-Ehlers-Gymnasiums heranwuchs, dass er deutschnationale antiparlamentarische Überzeugungen übernahm und ausbildete;
• (27.02.) wie Ehlers als Mitglied der Schülerbibelkreise der Versuchung konsequent widerstand, sich den Nationalsozialisten anzuschließen, und innere Distanz zum „Dritten Reich“ suchte;
• (05.03.) dass aus dem deutschnationalen Antirepublikaner 1945 in Oldenburg ein Oberkirchenrat wurde, der als Jurist sowohl die dortige Landeskirche wie den Aufbau der Evangelischen Kirche in Deutschland (mit)gestaltete und zugleich als politischer Quer­ein­steiger öffentliche Verantwortung übernahm und 1949 bei den ersten Bundestagswahlen in den Bundestag gewählt wurde;
• (12.03.) wie dieser Abgeordnete, allein wegen seiner Fähig­keiten, ohne parteipolitische Hausmacht, Präsident des Bundestages wurde. Er galt bald als „Kronprinz“ des knapp dreißig Jahre älteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Gegen dessen Willen und gegen den Widerstand der SPD empfing Ehlers im September 1952, zur Blütezeit des Kalten Krieges, eine Delegation der DDR-Volkskammer im Deutschen Bundestag. Sein früher Tod, 1954, verhinderte, dass dieser Vollblutparlamentarier als Regierungschef die Wiederver­eini­gung Deutschlands einfallsreicher suchte als die amtierenden Regierungen.
• (19.03.) Ein Film, der 2004 anläßlich des 100. Geburtstages von Hermann Ehlers erstellt wurde, ist die Grundlage eines abschließenden Gesprächs über diesen stilprägenden Bundestags­präsi­denten. Wenn der Kurs begonnen hat, soll entweder der amtie­rende Präsident des Bundestags, Dr. Norbert Lammert, oder Alt­präsi­dentin Dr. Rita Süssmuth eingeladen werden, in der abschließenden Sitzung am 19.03. zu berichten, ob und in welcher Weise die Arbeit ihres Amtsvorgängers Ehlers für ihn/sie jeweils von Bedeutung war und ist.

5 Termine: montags 16.15 –17.45 Uhr,
20.02., 27.02., 05.03., 12.03. und 19.03.2012
Teilnehmerentgelt : 51,00 Euro, erm.: 27,00 Euro
Raum: 121
Kursnummer: SZ 112-404

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Dozent: Dr. Werner Peters

Abendvortrag und vertiefendes Folgeseminar

Gemeinwohl-Ökonomie

Es besteht inzwischen weitgehende Übereinstimmung darüber, dass unser derzeitiges Wirtschaftsmodell nicht zukunftsfähig ist. Aber was kann an seine Stelle treten, nachdem das Gegenmodell des Sozialismus/Kommunismus so grandios gescheitert ist? Es ist wohl auch mit einem sogenannten „Dritten Weg“, einer Neuauflage der Sozialdemokratie oder der sozialen Marktwirtschaft, nicht getan. Wir müssen an die Wurzeln gehen: die Tatsache nämlich, dass unsere angeblich alternativlose Wirtschafts-„Ordnung“ auf menschlichen Verhaltensweisen aufbaut, die den Werten, die die Menschen in ihrem privaten Umgang, in der Familie, in der Gemeinschaft pflegen, diametral entgegengesetzt sind.
Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie setzt bei dieser Spaltung des Menschen in ein privates und ein Wirtschaftssubjekt an und versucht, eine Wirtschaftsordnung zu entwickeln, in der die letztlich von allen Menschen als wertvoll und glücksbringend angesehenen Verhaltensweisen das tragende Fundament sind. Diese Idee ist keine Utopie. Sie beginnt, sich gerade auch in den Köpfen vieler Unter­nehmer zu verbreiten. Sie ist dabei, ein realistisches Gegen­modell zu unserem derzeitigen ruinösen System zu werden.

Ablauf: Abendvortrag mit Diskussion, Freitag 25.11.2011, 18.15 bis 19.45 Uhr. Vertiefendes Seminar am Samstag 26.11.2011, 10.00 bis 13.00 Uhr.
Teilnehmerentgelt : 44,40 Euro, erm.: 25,20 Euro
Raum: 16, Onkel Tom Str. 14
Kursnummer: SZ112-113

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Dozent: Dr. Werner Peters

Abendvortrag und vertiefendes Folgeseminar

Das Ende der Volksparteien?

Jahrzehntelang haben CDU/CSU und SPD – als breites Sammel­becken der bürgerlich-konservativen wie der eher sozial-fortschrittlich orientierten Menschen – einen Großteil der Stimm­bürger bei den Wahlen auf sich vereinigt. Seit einigen Jahren erodiert diese Basis sowohl bei Wahlen als auch bei der eigenen Mitglied­schaft. Zwar teilen sie weiterhin fast überall im Land die Macht untereinander auf, aber ihren Anspruch, die Mehrheit der Bürger politisch zu vertreten, können sie ernsthaft nicht mehr aufrechterhalten. Die Wählerschaft ist mobil geworden – der neue, heiß umworbene „König“ ist der Wechselwähler. Hinzu kommt das Phänomen der rasch anwachsenden Zahl bewusster Nicht-Wähler, die sich dem politischen Prozess nicht aus Desinteresse entziehen, sondern weil sie spüren, dass sie von keiner Partei mehr vertreten werden. Eine der Ursachen für den Zerfallsprozess der Volksparteien ist zweifellos die allgemeine „Enthomogenisierung“ der deutschen Gesellschaft seit dem Beginn der Siebziger­jahre, die sich auch auf den Typ der Volksparteien auswirken musste. Ein anderer Grund ist aber sicher auch bei den Parteien selbst zu suchen, die auf die zunehmende politische Wachsamkeit und Kritikfähigkeit der Bürger nicht adäquat reagieren.

Ablauf: Abendvortrag mit Diskussion, Freitag 16.03.2012, 19.00 bis 21.00 Uhr. Vertiefendes Seminar am Samstag 17.03.2012, 10.00 bis 13.00 Uhr.
Teilnehmerentgelt : 44,40 Euro, erm.: 25,20 Euro
Raum: 110
Kursnummer: SZ 112-408

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Dozent: Prof. Dr. Bernd Guggenberger

Die neue Macht der Minderheit:
„Wutbürger“ und Parteien
Ist die Volksparteiendemokratie am Ende?

„Stuttgart 21“ belehrt uns – wie „Gorleben“ und andere nicht befriedbare Konfliktszenarien – aufs Neue über die Grenzen der Mehrheitsdemokratie angesichts irreversibler großtechnischer Entscheidungen der Politik; aber eben auch über die neue Macht einmischungsbereiter, hochgradig motivierter Minderheiten. Was uns „Stuttgart 21“ aber darüber hinaus vor Augen rückt: Die Volksparteien sind nicht mehr, was sie einmal waren.
Gewiss, zur Volksparteiendemokratie gehörte immer auch ihre Krise – fast wie der Wind zum Segel. Doch nichts hat uns bisher genötigt zu mutmaßen, die Volksparteien könnten definitiv am Ende sein. Eben dies aber zeichnet sich gegenwärtig ab – das mögliche Ende der Volksparteien, da ihnen nach den Mitgliedern nun auch die Stammwähler abhanden kommen. Es sind nicht mehr nur die „üblichen Verdächtigen“, es ist längst auch der eher biedere Normalbürger, der ihnen die ­Gefolgschaft kündigt und sich zum bürgerlichen Ungehorsam bekennt. Und unübersehbar ist auch die neue „Großpartei“ der bewussten Nichtwähler politisch auf dem Vormarsch und am Horizont kreuzen die „Piraten“.

Themen im einzelnen sind:
– Repräsentative Demokratie und politische Teilhabe: Plebiszitäre Elemente gehören zur Repräsentativverfassung
– Mangelhafte Problemrepräsentation: die Struktur- und Funktionsschwäche der Volksparteiendemokratie
– Bürgerinitiativen: Angriff auf die Macht der Parlamente?
– Gorleben, Stuttgart 21 u.a. – vor dem ökologischen Bürgerkrieg?
– „Prämie auf Intensität“: aktive Minderheiten in der schweigenden Mehrheitsdemokratie
– Sachkompetenz als politische Teilhabevoraussetzung
– Volksbefragung vor großen Richtungsentscheidungen?
– „Starke Demokratie“ und „aktiver Bürger“ – Was kommt nach der Volksparteiendemokratie?

8 Termine mittwochs 16.15 – 17.45 Uhr,
18.01., 25.01., 01.02., 08.02., 15.02., 22.02., 29.02. und 07.03. 2012
Teilnehmerentgelt : 82,80 Euro, ermäßigt: 44,40 Euro
Raum: 118/119
Kursnummer: SZ 112-410

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Dozent: Prof. Dr. Norbert Kapferer

Die „Schurkenstaaten“ und der Weltfrieden – oder: Wie gefährlich sind der Iran und und Nordkorea?

In diesem Seminar wird es darum gehen, neue Feindbilder in der internationalen Politik seit dem Ende des Ost-West Konflikts zu diskutieren und kritisch zu hinterfragen. Vielfach ist in diesem Zusammenhang von sogenannten „Schurkenstaaten“ die Rede. Dies gilt insbesondere für die amerikanische Debatte. Zu diesen als „Schurkenstaaten“ diffamierten Ländern gehören der islamisch regierte Iran und das kommunistische Nordkorea wegen des angestrebten oder eingestandenen Besitzes von Kernwaffen und vermuteter Unterstützung des internationalen Terrorismus. Wie berechtigt aber sind der­artige Vermutungen, und bedrohen diese Staaten wirklich den Weltfrieden ?

PROGRAMM
Einleitung: Was sind „Schurkenstaaten“? Der Weltfrieden nach dem Ende des „Kalten Krieges“
1. Nordkorea: Kurzer Abriss der Geschichte Koreas bis 1945 / Der „Koreakrieg“ (1950-1953) und die Teilung des Landes / Ideologie und Herrschaft Kim il Sungs 1955-1997 / Politische Ziele des Nach­folgers Kim Jong Il / Atomares Aufrüstungsprogramm und Außen­politik seit 2001 / Zusammenfassung und Ausblick
2. Iran: / Kurzer Abriss der Geschichte Persiens/Irans bis 1941 / Das Schah-Regime und die gescheiterte Demokratisierung / Die islamische Revolution 1978-1980 /Der Golfkrieg und die Herrschaft der Ayatollahs / Beginn der iranischen Atompolitik 2004 / Ahmadine­dschads außenpolitische Ziele seit 2005
Zusammenfassung und Ausblick

7 Termine freitags 18.00 – 20.00 Uhr
13.01., 20.01., 27.01., 03.02., 10.02., 17.02. und 24.02.2012
Teilnehmerentgelt: 102,00 Euro, erm.: 54,00 Euro
Raum:110
Kursnummer: SZ 112-412

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Dozent: Dr. Werner Peters

Abendvortrag und vertiefendes Folgeseminar

Die USA –
eine Nation im Prozess der
Selbstfindung oder der Selbstzerfleischung?

Als nach acht bleiernen Jahren unter George W. Bush Obama zum neuen amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, atmeten Europa und die Welt – zum Großteil aber auch die Amerikaner selbst – auf, in der Hoffnung, dass nun die Ära eines im Inneren liberaleren und sozialeren und außenpolitisch weniger aggressiven Amerika angebrochen sei. Diese Erwartungen wurden sehr schnell enttäuscht. Das lag weniger an der Person des neuen Präsidenten, der zumindest am Anfang versuchte, den Erwartungen und Versprechen nach­zukommen; es lag vor allem an der tiefen Gespaltenheit des Landes, die sich gegenwärtig in der geradezu fanatischen Opposition eines sehr lautstarken und einflussreichen Teils der Gesellschaft gegen jedwede politische Initiative des Präsidenten manifestiert und mit den erdrutschartigen Verlusten bei den Zwischenwahlen mittlerweile auch seine Handlungsfähigkeit immer weiter beschneidet. Zurzeit befindet sich die amerikanische Regierung schon mitten in der Vorwahlkampfphase für die kommende Präsident­schafts­wahl, in der Opposition und Konfrontation sich weiter aufheizen; und dies alles im Rahmen der schwersten Wirtschaftskrise, die das Land seit dem Ende der großen Depression durchmacht! Haben die USA im gegenwärtigen Zeitraum überhaupt eine Chance, wieder zu einer Art von Gemeinschaft zurückzufinden, oder sind sie dabei, sich in wütender Verbissenheit selbst zu zerfleischen?

Ablauf:
Abendvortrag mit Diskussion
Freitag 25.05.2012, 19.00 bis 21.00 Uhr.
Vertiefendes Seminar
am Samstag 26.05.2012, 10.00 bis 13.00 Uhr.
Teilnehmerentgelt: 44,40 Euro, erm.: 25,20 Euro
Raum: 118/119
Kursnummer: SZ 112-414

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Dozent: Gottfried Meyer-Thoss

Leibniz’ Theatrum Naturale et Artis

Mit Gottfried Wilhelm Leibniz’ (1646 – 1716) frühen Ideen, ein „Theater der Natur und Kunst“ sowie einen „Atlas der Einbildungskraft“ zu formulieren, wird sich das Seminar – nach einer Einführung in seine Philosophie – beschäftigen. Leibniz komplexe Denkfiguren und Aktivitäten (u. a. als Mathematiker, Rechtsgelehrter, Physiker, Politiker, Theologe, Geschichts- und Sprachforscher) werden in einen neuen Rahmen gestellt, in dem Materialien der jüngsten Bände der Akademie-Ausgabe gesichtet werden, die Leibniz’ „Wertschätzung der tastenden und zeichnenden Hand und des durch Museen und Theater geschulten Auges einbeziehen und eine Grundlage der Erkenntnis und der Begriffsbildung boten“. Dieser Aspekt erweitert das Panorama seiner Philosophie, weil es „die Kluft zwischen Kalkül und Anschauung, sowie der Fensterlosigkeit der Monade und der körperlichen Form ihrer Perzeptionsweisen zugleich vertieft und überbrückt“.

Literaturhinweise:
G.W. Leibniz, Sämtliche Schriften und Briefe; Horst Bredekamp, Die Fenster der Monade – G.W. Leibniz’ Theater der Natur und Kunst; Reinhard Finster/Gerd van den Heuvel, Gottfried Wilhelm Leibniz; George Macdonald Ross, Leibniz.

6 Termine freitags 19.00 – 21.00 Uhr
07.10., 14.10., 21.10., 04.11., 11.11. und 18.11.2011
Teilnehmerentgelt : 82,80 Euro, erm.: 44,40 Euro
Raum: 118/119
Kursnummer: SZ 118-117

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Dozent: Gottfried Meyer-Thoss

Fortuna und Kalkül – Poesie und Mathematik

„Von der Gaußschen Normalverteilung bis zur Monte-Carlo-Methode, von den großen Vermutungen und Hypothesen der epochalen Mathematiker über Wettervorhersage und Versicherungsmathematik bis zur Prognose von Aktienkursen samt ihrem Scheitern, schließlich zum Begriff des Unendlichen“ sowie verwandten Musterbildungen in Geometrie und Text führt der leicht vermessene, im besten Sinn: kurzweilige Parcours. Oswald Eggers „Diskrete Stetigkeit“ und „Zwei mathematische Belustigungen“ von Hans Magnus Enzens­berger werden dabei die vorrangigen Lektüren sein, mit denen eine genauso geländegängige wie tastende Erkundung und Durchquerung der Geschichte der Mathematik unternommen werden soll.

Literaturhinweise:
Oswald Egger, Diskrete Stetigkeit; Hans Magnus Enzensberger, Fortuna und Kalkül. Zwei mathematische Belustigungen; Dietmar Dath, Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen; John Barrows, Ein Himmel voller Zahlen. Auf den Spuren mathematischer Wahrheit
Lesung: Michael Hanemann (angefragt)

6 Termine montags 19.00 – 21.00 Uhr
16.04., 23.04., 07.05 14.05., 21.05., und 04.06.2012
Teilnehmerentgelt : 82,80 Euro, erm.: 44,40 Euro
Raum: 03, Rondellstraße 5
Kursnummer: SZ 118-106

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Lars Eidinger, Foto: Jan Versweyveld

Dozent: Gottfried Meyer-Thoss

Preludes & Nocturnes I

Einführungen und Nachträge

Eingeführt wird in einige der aktuellen Produktionen der Berliner Schau­bühne, die wir, nach Absprache gemeinsam besuchen; Nachträge sind mit betei­ligten Akteuren – Regisseuren, Dramaturgen, Schau­spieler/Innen, Sänger/Innen – vorgesehen.

Schaubühne Berlin:
– Der Menschenfeind / Moliere, Regie: Ivo van Hove; Fräulein Julie/Strindberg, Regie: Katie Mitchell;
– Aufzeichnungen aus dem Keller­loch / Dostojewskij, Regie: Egill H. A. Palsson;
– Die Heimkehr des Odysseus / nach Monte­verdi, Regie: David Marton; Berlin Elsewhere/Macras, DorkyPark, Regie: Constanza Macras;
– Die Macht der Finsternis / Tolstoi, Regie: Michael Thalheimer

Vorbesprechungstermin: Freitag 18.11.2011; 17.00 – 19.00 Uhr
Raum: 021
Kursnummer: SZ 118-119

alle weiteren Termine (inkl. Teilnehmerentgelt ) nach Absprache

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Staatsoper Berlin: Aus einem Totenhaus Foto: Jan Versweyveld

Dozent: Gottfried Meyer-Thoss

Preludes & Nocturnes II

Einführungen und Nachbetrachtungen

Eingeführt wird in einige der aktuellen Produktionen der Berliner Schau­bühne, die wir, nach Absprache gemeinsam besuchen; Nachträge sind mit betei­ligten Akteuren – Regisseuren, Dramaturgen, Schau­spieler/Innen, Sänger/Innen – vorgesehen.

Staatsoper Berlin:
– Aus einem Totenhaus / Janacek, Leitung: Simon Rattle, Patrice Chereau;
– Il trionfo del tempo e del disinganno / Händel, Leitung: Marc Minkowski, Jürgen Flimm;
– Al gran sole carico d’amore / Nono, Leitung: Ingo Metzmacher, Katie Mitchell;
– Lulu / Berg, Leitung: Daniel Baren­boim, Andrea Breth;
– Dionysos / Rihm nach Nietzsche, Leitung: Ingo Metzmacher, Pierre Audi;
– die musik ist los – 100 Jahre John Cage

Einführungstermin: Freitag 02.03.2012; 17.00 – 19.00 Uhr
Raum: 006
Kursnummer: SZ 118-108

alle weiteren Termine (inkl. Teilnehmerentgelt ) nach Absprache

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Dozentin: Elisabetta Abbondanza

Formen der Lyrik

Gedichte-Schreiben muss nicht nur in der einsamen Kammer geschehen. Gedichte sind eine (wenn auch sehr besondere) Form des Dialogs: mit sich, Freunden, Welt- und Zeitgenossen und mit anderen Gedichten. Dieser Schreibkurs teilt sich in einen ersten Durchgang, in dem Formenlehre und Metrik behandelt und bekannte und weniger bekannte Gedichte, sowie ausgewählte Texte zur Lyrik gelesen und kommentiert werden; daran schließt sich ein zweiter Teil mit Recherche und Schreibübungen an, die das Verfassen von Gedichten als Prozess inspirieren, begleiten und abschließen. Die dabei entstandenen Gedichte werden im Kurs vorgetragen und besprochen. Anschließend werden Möglichkeiten der Ver­öffent­lichung erörtert.

10 Termine donnerstags 18.45 – 20.15 Uhr
19.01., 26.01., 02.02., 09.02., 16.02., 23.02., 01.03., 08.03., 15.03. und 22.03.2012
Teilnehmerentgelt: 102,00 Euro, erm.: 54,00 Euro
Raum: 001
Kursnummer: SZ 118-110

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Dozentin: Elisabetta Abbondanza

Prosa Schreiben

Dieser Kurs richtet sich an Schreibende und Schreibinteressierte, die ihre kreative Ader neu entdecken oder ihr Schreibvermögen literarisch weiter entfalten wollen.
Ausgehend von Übungen, die der Erinnerung lebendige Geschichten entlocken, über Momentaufnahmen zur Lockerung und Wahrneh­mung des eigenen Schreibens, werden Genres erläutert und Geschichten mit biografischen oder fiktiven Inhalten erarbeitet. Ein besonderes Augenmerk gilt der Thematisierung und Darstellung von Figuren, ihrer Welt, der tragenden Handlung einer Geschichte und der in ihr vermittelten Gefühlen.
Teil I: Formenlehre – Erinnerungen
Teil II: Fiktion und Realität, Figuren entwickeln
Teil III: Handlung, Gefühle und Spannung

10 Termine dienstags 18.45 – 20.15 Uhr
17.04., 24.04., 01.05., 08.05., 15.05., 22.05., 29.05., 05.06., 12.06. und 19.06.2012
Teilnehmerentgelt: 102,00 Euro, erm.: 54,00Euro
Raum: 207
Kursnummer: SZ 118-112

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